ministerium-NRW

Auf dem Höhepunkt eines regionalen Masernausbruches würde man erwarten, dass der WDR den Aufruf der Gesundheitsämter zur Masernimpfung unterstützt.

Warum die Masernimpfung wichtig ist, wo man sich impfen lassen kann, in welchem Alter eine Impfung angezeigt ist und wie man sie kostenfrei erhalten kann – diese Informationen sind für Bürgerinnen und Bürger hilfreich.

Der größte Teil des o. a. Beitrags (etwa zwei Drittel) bringt hingegen Bedenken gegen das Impfen vor:

  • Impfen oder nicht – das ist eine Gratwanderung
  • schwierige Entscheidung
  • Impfen nein danke
  • Impfen ist gefährlich
  • Impfen – ja oder nein

Es kommt zwar auch ein Amtsarzt zu Wort, der mit einigen Informationen dagegen hält, aber der Beitrag endet mit den Worten

Immer öfter heißt es: lieber nicht

In Ihrer Sendung werden Meinungen, Blogbeiträge und gefühlte Einschätzungen Einzelner (es werden immer mehr Impfungen, das kann nicht gut sein) gegen öffentliche und wissenschaftlich basierte Präventionsmaßnahmen ausgespielt, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Europäischen Union und in der Weltgesundheitsorganisation verankert sind. Gerade jetzt erinnert die Europäische Impfwoche an die Wirksamkeit von Impfungen.

Impfungen nicht nur gegen Masern, sondern auch gegen eine Reihe von anderen Krankheiten gehören zu den öffentlich empfohlenen Impfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), für die die Bundesländer die Gewähr übernehmen. Diese Impfungen werden allein in Deutschland millionenfach zum Schutz vor schwerwiegenden Erkrankungen durchgeführt und kontinuierlich überwacht. Jedes Kind und jeder Erwachsene hat ein Anrecht darauf, nach diesem Plan geimpft und damit persönlich vor Ansteckung geschützt zu sein. https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Aktuelles/Impfkalender.html

Die Masernerkrankung selbst hat oft einen schweren Verlauf. Bedrohlich sind insbesondere die Folgeerkrankungen. Als besonders schwerwiegend ist das Risiko für eine chronische Entzündung des Gehirns, für Taubheit, Epilepsie, Lähmungen oder Tod einzuschätzen. Wer sich nicht impfen lässt, setzt sich selbst unnötigerweise diesen Risiken aus und gefährdet zugleich andere Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht geimpft sind, z. B. Säuglinge unter neun Monaten.

Viele Krankheiten treten aufgrund der Impferfolge nur noch selten auf und werden nicht mehr ernst genommen. Einige Menschen halten Masern, Diphtherie, Röteln oder Mumps für harmlos, weil es in ihrem Gesichtskreis keine Erkrankungen mit den entsprechenden Komplikationen gegeben hat. Das muss als Hauptgrund für die nachlassende Impfbereitschaft in Betracht gezogen werden. Um die Gesamtbevölkerung wirksam vor eine Ansteckung mit gefährlichen Erregern schützen zu können, ist es jedoch erforderlich, dass ausreichend viele Menschen einen genügenden hohen Impfschutz aufweisen. Nur damit können Krankheitsausbrüche wirksam verhindert werden. Dieser Aspekt kam aber in der Sendung zu kurz.

Aus unserer Sicht tragen die öffentlich-rechtlichen Medien eine Mitverantwortung zur Umsetzung der Ziele der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Dabei kann der WDR eine wichtige Rolle spielen, indem er nicht Verunsicherung, sondern sachgerecht aufbereitete Informationen verbreitet.

Als Vertretung von 57 Frauenverbänden und ca. zwei Millionen Frauen in NRW bitten wir Sie eindringlich, Ihre Aufgabe wahrzunehmen.

Nächste Termine

14.04.18 Mitgliederversammlung

15.05.18 Vorstandssitzung

15.-17.06.18 Konferenz der Landesfrauenräte

04.09.18 Sommerempfang

Letzte Pressemitteilung

Zusammenarbeit im Landesfrauenrat weiterhin gefragt

Bei der Mitgliederversammlung am 14. April 2018 konnte der FrauenRat NRW e.V. zwei neue Mitgliedsverbände begrüßen: Die Regionalgruppe Nordrhein und die Regionalgruppe Westfalen-Lippe des Bundesverband pharmazeutisch-technischer Assistentinnen.

Außerdem wählten die Delegierten das Landesfrauenrates zwei neue Besitzerinnen: Andrea Rupp, Deutscher Juristinnenbund e.V. Landesverband NRW und Diane Tigges-Brünger vom Deutschen Gewerkschaftsbund NRW. „Im Landesfrauenrat kommen Frauen aus ganz unterschiedlichen Verbänden und Lebensbereichen zusammen, das macht den besonderen Wert unserer Arbeit aus“, konstatiert die Vorsitzende Dr. Patricia Aden. Sie dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre Arbeit und freut sich darauf, zusammen mit dem neuen Vorstand viele Aufgaben anzupacken.